Vorträge

Vortrag mit Prof. Dr. Gabriel Felbermayr am 17. Jänner 2025 in der Fachhochschule Campus Steyr Hörsaal SKF

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Mehr Bilder der Veranstaltung auf e-Steyr: https://www.e-steyr.com/fotos/event/Vortrags-undDiskussionsabendzurkonomiewendemitGabrielFelbermayr

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Das Programm des Vortrags- und Diskursabends

Video-Dokumentation der Veranstaltung:

Eröffnung:

Keynote: Prof. Dr. Gabriel Felbermayr: “Ökonomiewende”

Diskurs mit Prof. Dr. Gabriel Felbermayr: Michael Bader, Professor, TU Graz; Maria Pernegger, Geschäftsführerin Media Affairs; Bernhard Ruf, Bundesrat und Bürgermeister der Stadt Bad Hall; Franz Staberhofer, FH-Professor der FH OÖ Campus Steyr; Robert Zeilinger, Geschäftsführer SKF Österreich AG

Fishbowl-Diskussion

Ganz im Sinne von Ferdinand J. Redtenbacher ist die Entwicklung unserer „Kultur der industriellen Gesellschaft“ im Gespräch. Die konstruktive Gestaltung (“Kultur”) der Gesellschaft ist uns somit von grundsätzlichem Interesse und ethischer Sorge; das sowohl in den großen Zusammenhängen, als auch bis in unsere unmittelbaren Lebensbereiche wirkt.

Diese Gespräche führ(t)en immer wieder zu neuen Fragen und offen gebliebenen Theoremen. Ein höchst zentrales Thema ist diesbezüglich die aktuelle ökonomische Gestaltung unserer Lebenswelt. Viele Argumente – vor kurzem und profund durch den Club of Rome im Buch Earth 4 All dargelegt – sprechen dafür, dass diese gegenwärtig tendenziell weder einem umfassend humanistischen Ziel dienen noch zukunftsfähig sind. Wie kann also der Weg zu einem „neuen wirtschaftlichen Betriebssystem“ aussehen?

Pressemeldungen zur Veranstaltung

Rund 200 Personen folgten der Einladung zum Vortrags- und Diskursabend, veranstaltet von der Redtenbacher Gesellschaft und dem Netzwerk Zukunftsregion Steyr in Kooperation mit der FH OÖ Campus Steyr und dem Club 41 Steyr. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr erläuterte in seiner spannenden Keynote Gedanken zur Ökonomiewende und stellte sich im Anschluss einer Diskussion mit renommierten Gästen sowie zahlreichen Fragen eines interessierten Publikums.

STEYR. Die Analyse des Zustandes der globalen Lebensweise, zentral mit ihrer Wirtschaft – speziell mit deren Produktion, Verbrauch und Konsum – führt zu einem bedrohlich gefährlichen „Weiter so wie bisher“. Darüber herrscht zumindest in realistisch und faktisch denkenden Kreisen überwiegende Übereinstimmung. Die zahlreichen Anwesenden beim Vortragsabend, die aus unterschiedlichen Interessensgruppen der Region kamen, spiegelten den Zeitgeist des notwendigen Umdenkens und der unausgesprochenen Frage nach einer neuen Orientierung sowie einem gangbaren möglichen Weg, der das Überleben und Wohlergehen aller sichert, wider.

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Lebbare Welt gestalten

Zu Beginn verwies Enrico Savio von der Redtenbacher Gesellschaft auf die Grundthesen des Club of Rome und führte an: „Es kann nicht so weitergehen, wir brauchen ein neues Konzept des Wohlergehens!“ und erklärt „eine Wohlergehensökonomie ist aufzubauen, für und durch alle Menschen auf diesem Globus.“
In Auseinandersetzung mit diesen Thesen wirft Gabriel Felbermayr darauffolgend in seiner Keynote spannende, zum Nachdenken anregende Fragen in den Raum. Er lässt keine Zweifel, dass wir uns in einer systemisch globalen und permanenten Krise befinden, deren Trend es ist, der uns als Menschen große Sorge bereitet. Außerdem fällt es uns sehr schwer, mit dem Gedanken von Extremrisiken umzugehen.
„Gibt es eine Chance auf langfristiges Wohlergehen oder sind wir auf einem Pfad unterwegs, an dem wir als ganze Menschheit scheitern werden? Wie können wir eine lebbare Welt gestalten?“ Felbermayr bekräftigt, dass es nicht darum geht, gut zu leben, sondern vielmehr darum, eine überlebensfähige Welt zu schaffen.

Aus seiner profunden Kenntnis der Gestaltung von wirtschaftlichen Vorgängen, auch im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen und politischen Komponenten, sieht er einen möglichen Lösungsweg, in einem möglichst offenen Markt zu leben. Eine Marktwirtschaft hat für ihn die besten Karten, mit Knappheiten, Problemen und Krisen umzugehen und diese zu bewältigen. Felbermayr zeigt an konkreten Beispielen, wie eine Belebung von wirtschaftlichen Handlungen durch sogenannte Anreize in Gang gesetzt wird. Energieknappheit, Stromverteilungskonzepte oder CO2-Bepreisung etwa führen zu jener Kreativität, die auch problemlösende Geschäftsmodelle aufbauen. Zweifelsohne braucht es dazu Rahmenbedingungen, die eine werteorientierte Regulierung gewährleisten und durch die Gesellschaft mit ihrer Politik einzubringen sind. Die Ordnungsbedingungen erstellt nicht der Markt selbst, sondern sind von der Gesellschaft mit ihren Institutionen einzubringen.

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Mein Bezirk – Bericht. Alle Foto: Kainrath

Weltweite Veränderungen

Wie kann es uns daher gelingen, mit knappen Ressourcen möglichst viel Wohlstand zu erzeugen? Wenn zu viel Wohlstand erzeugt wird, sind für spätere Zeiten alle Ressourcen aufgebraucht, und diese ethische Dimension, dass der Nutzen für kommende Generationen nicht in Abrede gestellt werden kann, ist mittlerweile auch Konsens unter Ökonomen. Auch da wieder der Gedanke dahinter: Das Wohlergehen zukünftiger Generationen, die Bewältigung von Knappheit funktioniert am besten, wenn man marktwirtschaftliche Systeme zulässt. Knappheitsprobleme können durch neue Entwicklungen entschärft werden, die für monetäre Zwecke generiert werden. Es würde zum Beispiel keiner einen Impfstoff entwickeln, wenn nichts zu verdienen wäre, aber das ist dann letztlich zum Wohle aller.
Darüber hinaus brauchen wir „die Aufklärung zum Quadrat“, wie Felbermayr es nennt. „Wir müssen nicht nur für uns selbst einsparen, nicht nur hier, sondern weltweit müssen Veränderungen erfolgen“, dafür plädiert Felbermayr. Ein möglicher Ansatz wäre eine Verringerung der Konsummöglichkeiten und mehr Services, statt Produkte zu konsumieren, zB mobility solutions in Anspruch zu nehmen, statt ein eigenes Auto zu besitzen.

Interessante Diskussion

Ein spannender Abend, der aufzeigt, dass es die perfekte Lösung, den allwissenden Plan, bisher nicht gibt, der jede Zukunft voraussagt und zeigt, dass Angst vor dieser Zukunft und vor dem individuellen Wohlergehensverlust präsent ist. In den abschließenden Diskussions- und Fragerunden wurden diese Punkte bekräftigt und die Verantwortung jedes einzelnen betont.
Das Netzwerk Zukunftsregion Steyr und die Redtenbacher Gesellschaft freuen sich jedenfalls auf gemeinsame weitere Möglichkeiten zum Austausch und darauf, gemeinsam in unserer Zukunftsregion Steyr aktiv zu sein. Das Jahresprogramm des Netzwerks ist auf zukunftsregion-steyr.at zu finden.

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https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/diskussion-in-der-fh-wie-sieht-eine-lebbare-welt-aus;art68,4018897
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Redtenbacher Talk mit Dr. Bader 14. Juni 2024

Assoc. Prof. Dr.techn. Michael Bader von der TU Graz: “Techniker als Verantwortungspioniere oder Erfüllungsgehilfen?

Am Freitag, 14. Juni 2024 um 18:30 Uhr, Landgasthof Mayr St. Ulrich bei Steyr, Kirchenplatz 3

Michael Bader, der sich selbst als “begeisterten Maschinenbauer” bezeichnet, lehrt und forscht an der TU Graz. In seinem Beitrag geht es – ganz im Sinne von Ferdinand Redtenbacher – um die Rolle der Techniker in einer hochentwickelten techno-ökonomischen Gesellschaft; um ihr Selbstbild und um die Erwartungen an sie. In der anschließenden Diskussion kann dieses Thema durch eigene Beobachtungen, Erfahrungen und Reflexionen vertieft werden.

Drei Redtenbacher Talks: “Earth 4 all”

Rückblick auf den dreiteiligen Redtenbacher Talk im TIC Stadtgut Steyr

Der Einladung der Redtenbacher Gesellschaft folgte eine Reihe von Teilnehmer*innen aus Industrie und Gewerbe, Politik oder als interessierte Privatpersonen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die im neu erschienenen Buch “Earth for All” dargelegten Lösungsansätze zur Erhaltung der Lebenbedingungen für alle auf unserem Planeten. Während zu den grundsätzlichen Erfordernissen weitgehend Konsens bestand, ergaben sich aus der jeweiligen Sicht der Diskutanten durchaus unterschiedliche Zugänge zu deren Umsetzungen sowie interessante Einschätzungen der Chancen der Machbarkeit. Genau das war ja die Intention dieser Talks in einem breiten Teilnehmerkreis.

Reflexion zum 1. Redtenbacher Talk

1. Redtenbacher Talk am 10. November 2022

Redtenbacher Talk behandelte radikales Umdenken

Earth4All war der Aufhänger einer intensiven und zukunftsorientierten Diskussion am Donnerstag den 20.11.2022 im Steyrer TIC. Die 50-jährige Geschichte des Clubs of Rome hat in diesem Bericht die Szenarien beschrieben, berechnet und mit Fakten hinterlegt, die uns für die Zukunft bevorstehen. Nur bei radikaler Änderung unserer Haltung gegenüber der Natur, dem Verbrauch, dem Konsum und des Energieverbrauches, politischer Beteiligungen und Mitnahme der Bürger bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen, ist ein Überleben möglich. Alles andere führt zu einer fatalen und weltweiten Krise. Wie sinnvoll ist es angesichts der zaudernden Politiker und für die nach systemischen Veränderungen unseres Wirtschafts- und Finanzsystems schlecht ausgerichtete Gesellschaft, an diesen Wandel zu glauben? Konkrete Maßnahmen sind schwer auszumachen, auch nicht in diesem Gespräch. Die Problematik des Seins, versteckt sich noch immer hinter dem Schein.

Anmerkungen zum zeitkritischen Diskurs über Earth for All der Redtenbacher Gesellschaft im TIC Steyr

Enrico Savio / Redtenbacher Gesellschaft

Der Überlebensleitfaden im topaktuellen und aufrüttelnden Bericht des Club of Rome (Earth for all) hat kürzlich sehr große Nachdenklichkeit beim Redtenbacher Talk im TIC Steyr nach sich gezogen. Denn der Riesensprung (giant leap) und nicht das mehr oder weniger Weiterso ist für die Autoren aus unterschiedlichen Wissenschaften unbedingt erforderlich. Nur dadurch ist eine künftig globale Wohlergehensökonomie zu gewährleisten. Fünf außerordentliche Kehrtwendungen können die soziale, ökonomische und ökologische Katastrophe abwenden. Gedreht werden müssen die weltweite Armut, die Vermögensunterschiede, die Ungleichheit der Frauen, das Ernährungssystem und die Energiegewinnung. Ansonsten versinkt der Planet nicht nur in einem sozialen Dilemma, sondern auch in massiven Hunger- und Umweltkatastrophen. Die Lösung sieht der Club of Rome in einem neuen ökonomischen Betriebssystem, das vor allem die regionale Wirtschaft, Bürgerfonds, regenerative Landwirtschaft und erneuerbare Energie zum Schwerpunkt macht. Die Einsicht dazu keimt zwar auf, ist aber noch lange nicht im Denken und Handeln angekommen; insbesondere nicht in politisch dafür entscheidenden Ebenen. Staaten und Bürger*innen sind die zwei Akteure die aufzuwachen haben. Die Bürger*innen haben sich dabei als Öffentlichkeit und Investition in die Zukunft zu behaupten. Die Hebel sind vorhanden erklärt der Bericht, sie sind von den Zuständigen zu betätigen. Und das sofort!

Die Debatte um den Bericht beim Redtenbacher Talk zeigt, wie das geforderte Umdenken die gewohnten Vorstellungen sprengt. Die praktische Umsetzung ist dann erst recht eine radikale Herausforderung. Die Argumente des Club of Rome sind so fundiert dargelegt, dass es eine vernichtende Ignoranz wäre, wenn nicht alle gesellschaftlichen Kreise sofort diesen Riesensprung der Veränderung in Angriff nehmen.

Reflexion zum 2. Redtenbacher Talk

2. Redtenbacher Talk am 1. Februar 2023

Die Diskussionsrunde widmete sich den 3 Fragen:

  1. Befinden wir uns in einem planetaren Notstand? Hinweis auf die Berichte des APCC Austrian Panel on Climate Change
  2. Wie kommen wir zur Wohlergehensökonomie?
    • “Die gegenseitige Ausbeutung in der Produktion schuf eine kleine Minderheit der Reichen, der größte Teil der Welt leidet unter Untergleichheit.” “Die Gleichheit der Menschen könnte man an deren Zufriedenheit messen.” “Wir sind in einer Schieflage in vielfacher Hinsicht. Wir leben seit einigen Dezennien im brutalsten Wettbewerb und sind süchtig auf Konsum.”
  3. Brauchen wir ein neues wirtschaftliches Betriebssystem?
    • Die Wertschätzung des Menschen soll die Basis der wirtschaftlichen Beziehungen sein. Hinweis auf die kleine Siedlung Gaviotas in Kolumbien (hier ein Link auf die Wikipedia-Seite: https://de.wikipedia.org/wiki/Gaviotas).
    • “Peer to Peer – Ökonomie schafft Gerechtigkeit.”
    • Gemeingüter wie Boden, Wasser, Arbeitskraft etc gehören Privaten; der alte Gedanke von Allgemeingut existiert nicht mehr.”

Reflexion zum 3. Redtenbacher Talk am 22. März 2023

Das „neue ökonomische Betriebssystem“ – das Earth4All global als unabdingbar ansieht, braucht vorort insbesondere die (Wieder)Einführung von Gemeingut für die Gestaltung des Lebensraumes. Dazu bedarf es auch einer Bürgerdividende, die das grundlegende Auskommen sichert und darüber hinaus regionale Wirtschaftsinitiativen forciert. Folgerichtig weitergedacht, verlangt das auch eine von den Menschen unmittelbar näher mitgestaltete Politik.

Das war die Vorgabe für den 3. Redtenbacher Talk. Dieser thematisierte,  wieder ausgehend von der zugrunde gelegten  „Wohlergehensökonomie“,  die Möglichkeiten und deren Bedingungen für eine Neuorientierung etwa in einem Unternehmen (neue Kennzahlen …) oder auch im Gestalten der kommunalen bzw. regionalen Lebenswelt (Regionalpolitik, …). Im letzten Gespräch waren das die Schlüsselfragen für viele, die selbst im Unternehmensleben und in der Politik stehen. Das bildete natürlich auch Fragen für all jene, die in anderen Lebensbereichen aktiv sind.

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Redtenbacher Vorträge zu “Digitale Transformation: Bildung” am 4. Oktober 2018, Museum Arbeitswelt

  • Dipl.Ing. Werner Freilinger: Veränderungen von der analogen zur digitalen Welt
  • FH Prof. Tanja Jadin: “Digitale Medienbildung”
  • Prof. Mag. Kurt Söser: “Analog oder digital – nein phygital”
  • Mag. Anna Gawin: “Lernen durch Tun im Da vinci Makerspace für Schulen”

Redtenbacher Vortrag: “Zukunftsfähiger Wohlstand” am 29. März 2017, Stadtbücherei Steyr

Hans Holzinger:

  • Welcher Wohlstand ist zukunftsfähig?
  • Wir leben sozial und kulturell unter unserem Niveau.
  • Die Navajos kommen mit 36 Gegenständen in ihrem Leben aus. Wir haben 100.000 Gegenstände. Von vielen können wir uns trennen.
  • Ein Paradigmenwechsel ist notwendig, was unser Wirtschaften betrifft

Redtenbacher Vortrag: “Technik trifft Solidarität” am 30. November 2016, HTL Steyr

  • Mag. Johann Gruber, Religionspädagoge HTL Steyr zum Solidarprojekt in Lima, Peru
  • Matthias Hahn, Student an Montanuniversität Leoben
  • Dr.tech. Wolfgang Hirschberg zur Solidarität und Fortschritt

Vortrag zum 150. Todestag von Ferdinand Redtenbacher am 16. April 2013, Stadtbücherei Steyr

  • Zum 150. Todestag am 16. April 2013: “Ferdinand Redtenbacher. Der Leonardo da Vinci aus Steyr”
  • Univ.Prof. Dr. Wilfried Eichlseder
  • Prof. DI Dr. Wolfgang Steiner
  • Mag. Dr. Enrico Savio