Symposium 2021

M a c h t : V e r n u n f t : W e i s h e i t

Technische Vernunft versus vernünftige TechnikRationale Ökonomie versus lebensweltliche Vernunft

Die Redtenbacher Gesellschaft Steyr möchte Sie herzlich zum 1. Teil des Symposiums „Macht:Vernunft:Weisheit“ einladen.

Videos vom 1.Teil des Symposiums 29.5.2021

Link: Videoaufnahme der Vorträge: 1. Teil Redtenbacher Symposium 29.Mai 2021

Wir befassen uns darin mit der Rolle und dem Begriff der „Vernunft“ und deren Macht aus historischer und technischer Sicht. Dazu konnten wir die Kuratoren und Vordenker der Landesausstellung Univ.-Prof. Dr. Michael John und Maga. Drin. Herta Neiß als Vortragende gewinnen. Sie werden einen Einblick in die Philosophie der oö Landesausstellung 2021 mit dem Titel „Macht.Wohlstand.Arbeit“ geben.

Im Anschluss wird Dr. Christoph Buksnowitz über das für Steyrs Geschichte seit langem relevante Thema „Macht der Technik“ anhand seiner Studien über die Stellung der Straßenfahrzeuge als derzeitige Hauptträger der individuellen Mobilität referieren.

Programm:

10:00 – 10:15 Uhr:

FH-Prof. PD DI Dr. Wolfgang Steiner, Begrüßung und Vorstellung der Aktivitäten der Redtenbacher Gesellschaft Steyr

10:15 – 11:00 Uhr:

Univ.-Prof. Michael John und Maga. Drin. Herta Neiß, Vortrag und Diskussion

11:00 – 11:45 Uhr:

Dr. Christoph Buksnowitz, „Automobile – unverzichtbare Verkehrsmittel oder Werkzeuge der Unvernunft?“, Vortrag und Diskussion

11:45 – 12:00 Uhr:

Mag. Dr. Enrico Savio, Zusammenfassung und Ausblick auf weitere Veranstaltungen der Redtenbacher Gesellschaft Steyr

Links zu den Referenten:

Univ.-Prof. Michael John und Mag. Dr. Herta Neiß zur Landesausstellung: Video-Link zum Konzept der Landesaussstellung “Wohlstand – Arbeit – Macht”

DI. Dr. Christoph Buksnowitz, „Automobile – unverzichtbare Verkehrsmittel oder Werkzeuge der Unvernunft?“ Link zur Biographie

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der oberösterreichischen Landesausstellung 2021. Link zur Landesausstellung “Arbeit – Wohlstand – Macht” : https://landesausstellung.at/

http://www.landesausstellung.at

Hinweis:

2. Teil des Symposiums: 29. Oktober 2021

Freitag, 29. Oktober 2021: Symposium Teil 2 im MAW Steyr

Programm:

Referenten:

Die gegenwärtige Gesellschaft ist in allen Bereichen rational orientiert. Damit dominiert sie eine eingeschränkte Form von Vernunft, die vor allem kalkulatorisch agiert. Ihre Orientierungsparameter sind weitgehend auf Vermehrungs- und Optimierungsprinzipien, insbesondere auf Gewinnmaximierung reduziert. Die vielfach artikulierte, auch emotional auftretende Forderung nach Vernünftigkeit wird jedoch nicht nur von Proponenten, sondern auch von Kritikern des Systems immer wieder zum Ausdruck gebracht. Im ersten Fall lässt sich Vernunft als pragmatische und konzentrationskapitalistische Rationalität des aktuellen Mainstreams charakterisieren, während sie im letzteren Fall eher der ersehnten Weisheit, die ein gutes, verallgemeinerbares Leben erfordert, entspricht.

Historisch stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche „Vernunft“ in welcher Zeit als gesellschaftsrelevant gesehen oder auch diktiert wurde. Je nach Personen- und Machtgruppierung wird ein jeweils als ideal angepriesenes Denkmodell als das „vernünftige“ und somit als die beste Ideologie vermittelt. Diese Parametrik findet sich in allen Gesellschaftsgruppierungen, vom Adel bis zur Arbeiterschaft. Ideologisch untermauert werden solch demagogische Vorgaben sowohl mit ständischen als auch nicht selten mit religiös abgeleiteten Parametern, die dann sogar den Anspruch einer Verabsolutierung erheben.

Das Symposium 2021 will demnach einerseits die Thematik der Vernünftigkeit in der Bandbreite von Rationalität bis zur Weisheit reflexiv ansprechen, durchaus mit dem Hintergrund, welche (Denk-) Kultur und welches Ethos – als Vernunft- bzw. als zeitbedingt vernünftig propagierte Systeme – jeweils die Basis bildet. Zum anderen könnte – als wesentlicher Fokus der Redtenbacher-Gesellschaft – die Frage nach der technischen Vernunft – samt ihren Möglichkeiten – und der Vernünftigkeit der Technik – bis hin zu ihrer Sinnhaftigkeit – kritisch reflektiert werden. Das wäre auch im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Parametern zu sehen, die bekanntlich nicht unwesentlich die Interessen Technik leiten. Ihren Niederschlag finden diese Verschmelzungen schließlich in den alltäglichen Situationen unserer Lebenswelten, sprich unserer Gesellschaft. Die Skizzen dieser (transdisziplinär erörterten) Zusammenhänge zu veranschaulichen ist das Ziel des Symposiums, was mit dem Titel „Macht:Vernunft:Weisheit“ auf den Punkt gebracht werden soll.

Die Referent/innen werden gebeten, in ihren Statements durchaus auf die zugrundeliegenden Denkmodelle reflektierend einzugehen und dies zur Diskussion zu stellen. Intention ist die Einladung von Ferdinand Redtenbacher, sich über das Wohl der industriellen Gesellschaft den Kopf zu zerbrechen. Die zeitgemäße Adaption dieses Ansinnens bedeutet eben, über das global jedem einzelnen Menschen zuzusprechende Wohlergehen in einer durch Hightech dominierten Gesellschaftsstruktur transdisziplinär nachzudenken.

1922 fertigte Michael Blümelhuber die Plastik aus Manganstahl mit dem Titel “Menschheitszukunft”

mehr zu Michael Blümelhuber auf der Website der Steyrer Pioniere

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